Der erste Herbsttag…

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

und auf den Fluren lass die Winde los.

 

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

 

(Rainer Maria Rilke, 1875-1926)

Gestern hatten wir unseren ersten Herbsttag. Dichter, weißer Nebel soweit das Auge reicht umgab Sam und mich bei unserem Morgenspaziergang – als wären wir die einzigen Wesen weit und breit. 

 

Es ist Zeit. Der Sommer war tatsächlich groß… um nicht zu sagen gewaltig! Über Wochen und Monate: Hitze ohne Ende. 

Seit April hat es hier vielleicht drei vier mal richtig geregnet, alles ist trocken und verdörrt – welk und gelb.

 
Da tut solch ein feuchter Nebel-Morgen gut, alles atmet auf und hofft auf einen nassen Herbst, einen guten Winter. Kaum zu glauben, dass man sich, nach dem wir letztes Jahr das nasseste Jahr hatten an das ich mich erinnern kann, nun wieder nach Regen sehnt. Letztes Jahr hätten wir alles gegeben für ein bisschen Sonne, ein zwei Tage ohne Regen. Dieses Jahr war das knallharte Gegenteil. Zwei Extreme Sommer die unterschiedlicher nicht hätten sein können.
 
Ich befürchte wir werden uns auf Extreme einstellen müssen, auf vieles vorbereitet sein, denn das Klima verändert sich. 
Aber wir werden uns anpassen und lernen wir müssen nur jetzt damit anfangen. Nun aber genießen wir erstmal die ersten herbstlichen Tage, kühlere Temperaturen und die Rückkehr des Grüns die in den letzten Tagen begonnen hat. Bevor sich alles bunt färbt und der Winter vor der Tür steht.
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