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Nachhaltigkeit – was ist das eigentlich? Und wie kann man sein Leben nachhaltiger gestalten? Was bedeutet Nachhaltiger leben? Und wo fange ich an?

Darauf wird jeder wahrscheinlich eine ganz individuelle Antwort finden die zur eigenen Situation und Weltanschauung passt. Wir sind eben alle verschieden und jeder hat andere Schwerpunkte. Für den einen ist es die Ernährung, für den anderen Mobilität, Konsum, fairer Handel, Plastikvermeidung oder der eigene Ökologische Fußabdruck.

Auf Grund der Weite dieses Themas habe ich einige Bereiche zusammengetragen bei denen man ansetzten kann. Denn oft scheint das Ziel nachhaltiger leben zu wollen ein unerreichbares und es hilft ungemein, sich kleinere erreichbare Wegpunkte zu setzten. Hoffentlich findet ihr in den folgenden Posts ein paar Ansätze, die euch auf eurem Weg weiterhelfen:

  • Ernährung
  • Plastik- & Müllvermeidung
  • Konsum
  • Wohnen
  • Mobilität,Banken & Technik
Ernährung

Unsere Nahrungsmittel legen oft unglaubliche Strecken zurück bis sie auf unseren Tellern landen. Dabei gibt es so viele Möglichkeiten die Transportwege kurz zu halten und so frischere Lebensmittel mit kleinerem Fußabdruck zu erhalten.

Regionaler...

Oft weiß man gar nicht was in nächster Nähe so alles produziert wird und ausgiebiges Suchen eröffnet ganz neue Möglichkeiten. Wir haben bei uns zum Beispiel eine CSA (Community Supported Agriculture)/SoLaWi (Solidatische Landwirtschaft) gefunden von der wir Milchprodukte, Gemüse und Eier beziehen die alle ca 13km von unserem Haus produziert werden. Mit etwas Glück findet ihr in diesem Verzeichnis eine CSA in eurer Nähe (und ja: es gibt auch SoLaWis die in Großstädte liefern oder dort Abholräume haben!).

Eine Weitere Möglichkeit sind Abbo-Kisten. Hier gibt es ganz verschiedene Modelle, die oft regionale Waren direkt vor die Haustür liefern.

Noch regionaler ist natürlich ein Bauer um die Ecke oder der eigene Garten. Wer in einer Großstadt lebt und keinen Garten hat, könnte mit einigen Kräutern auf der Fensterbank einen Anfang machen.

Saisonaler...

Durch unsere CSA Mitgliedschaft ernähren wir uns fast ausschließlich saisonal. Anfangs war das eine ganz schöne Umstellung, wir haben aber bald entdeckt, wie viel besser saisonales Gemüse schmeckt und was für ein wunderbares Ereignis die ersten Tomaten der Saison sind. Viele Menschen kennen dieses Gefühl nur noch vom Spargel, da dieser sich seine saisonalität in Deutschland bewahrt hat. Auch geht man viel aufmerksamer durch seine Umwelt und spart womöglich noch einiges an Geld, denn Erdbeeren im Dezember sind ganz schön teuer!

Aufmerksamer Einkaufen...

Wenn man so durch die Supermärkte schlendert wird man von Waren die man angeblich haben 'muss' förmlich erschlagen. Es lohnt sich kurz vor der Kasse einfach noch einmal alles im Einkaufswagen durchzugehen um zu sehen welche der vielen Dinge man wirklich braucht und welche sich dazugemogelt haben. Hier hilft auch das schreiben von Einkaufszetteln und das Einkaufen in kleinen Bioläden (weniger aggressives Marketing/weniger Auswahl).

Bio Lebensmittel...

Bei konventionellen Lebensmitteln erschreckt mich immer wie wenig Informationen wir tatsächlich erhalten. Bei vielen steht zum Beispiel nicht drauf wo sie hergestellt wurden/herkommen. So hat man fast keine Kontrolle darüber ob man nun Nahrungsmittel aus Deutschland, der EU oder sonst wo her kauft. Biolebensmittel haben immer eine Kontrollnummer der kontrollierenden Behörde und das Herkunftsland ausgewiesen. Somit kann man sich aktiv für regionale Produkte entscheiden. Hinzu kommt natürlich, dass die Biolandwirtschaft weniger an der Umweltzerstörung teilnimmt, keine Umweltgifte oder sonstige chemische Keulen oder Dünger einsetzt und dem Tierwohl zumindest etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Bei den Biosiegeln gibt es deutliche Unterschiede und es lohnt sich diese mal genauer anzusehen. Der niedrigste Standard ist das grüne EU Bio-Siegel, die strengsten Kontrollen hat der Demeter Verband.

Fairtrade...

Bei der Ernährung gibt es natürlich auch noch andere Faktoren als die Herkunft. Zum Beispiel die Arbeitsbedingungen, die Bezahlung und der Umgang mit den Produzenten der Waren.
 
Einige Nahrungsmittel sind nicht regional zu beziehen, wie zum Beispiel Kaffee, Bananen, Vanille – andere wiederum sind wieder erwarten doch erhältlich. Es gibt zum Beispiel ein paar Österreicher die Reis anbauen!
Wenn man auf Kaffee nicht verzichten möchte kann man sich mit dem Weg der Bohnen und den Arbeits und Anbaubedingungen im Herkunftsland beschäftigen. Es gibt viele kleine Röstereien die Wert auf Fairen Handel und gute Produkte legen und inzwischen kann man fast überall Produkte mit einem Fair Trade Siegel kaufen.

Fleischkonsum...

Wer sich schon einmal einen Film über Massentierhaltung angesehen hat, sollte wissen, was er unterstützt wenn der Sonntagsbraten aus dem Billig-Discounter kommt. Es gibt so viele andere Möglichkeiten Fleisch zu beziehen, dass für jeden etwas dabei sein sollte. Ja, Fleisch aus artgerechter Tierhaltung ist teurer – aber mit gutem Grund. Eigentlich müsste man sagen: Das Discounter Fleisch ist zu billig. Es wäre gar nicht möglich ein Tier zu dem Preis artgerecht aufzuziehen, zu schlachten und zu verarbeiten. Die Frage ist also nicht wo bekomme ich günstigeres artgerechtes Fleisch her, sondern eher, wie viel kann und will ich mir leisten. Den eigenen Fleischkonsum zu reduzieren ist auch ein Weg den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.

 
Fleischkonsum ist ein sehr komplexes Thema und ich denke hier muss jeder seinen eigenen Weg finden. Als unsere ersten Hühner bei uns einzogen, stellte sich auch die Frage ob wir in der Lage wären diese später auch zu essen. Für mich war die Antwort ganz klar nein. Also war für mich die einzig logische Konsequenz, kein Fleisch mehr zu essen. Denn es machte keinen Sinn die Aufgabe des Aufziehens und Schlachtens an jemand anderen abzugeben. 
Es gibt aber inzwischen viele Alternativen zu Fleisch aus Massentierhaltung und wer weiter Fleisch konsumieren will findet hier bestimmt etwas passendes. 
Beginnen wir mit Fleisch aus Biohaltung. Je nach Biosiegel gibt es mehr oder weniger strenge Auflagen was den Platz- und Auslaufbedarf der Tiere angeht. Zudem werden Antibiotika nur bei tatsächlicher Krankheit und nicht prophylaktisch eingesetzt und auch das Futter kommt aus biologischer Produktion. Zudem gibt es einige Praktiken die nicht erlaubt sind, wie das kupieren von Schwänzen bei Schweinen oder Schafen oder das Kappen von Schnäbeln bei Hühnern.
Dann gibt es noch besondere Projekte wie zum Beispiel unsere CSA die auch das Fleisch ihrer Rinder und Hühner anbieten. Freiland-Schweine Projekte wie der Hutewaldhof, Webseiten wie Kauf ne Kuh oder die Bruderhahn Initiative (Hier werden die männlichen Geschwister der Legehennen nicht wie sonst geschreddert sondern aufgezogen und vermarktet).

Andere tierische Produkte...

Auch über andere Tierische Produkte sollte man sich Gedanken machen, da diese auch aus Massentierhaltung gewonnen werden. Aber auch hier gibt es inzwischen viele schöne Projekte die versuchen einen Wandel einzuläuten wie zum Beispiel die schon erwähnte Bruderhahn Initiative oder den Waldgartenhof wenn es um Hühnereier geht. In ländlichen Regionen haben vielleicht auch noch die Nachbarn Hühner oder man hat selbst die Möglichkeit ein paar zu halten. Wer Eier isst, hat eben auch eine gewisse Verantwortung für die Legehennen, die dahinter stehen und Eier aus Käfighaltung sind einfach nicht vertretbar.

Honig gibt es inzwischen auch in vielen Städten direkt vom Imker und sollte wirklich nicht im Supermrkt gekauft werden. Wer noch Zweifel hat kann sich gerne den Film More than Honey ansehen. Dort wird gezeigt, wie der Mensch es sogar bei den Bienen geschafft hat sie in eine Art ungesunde Massentierhaltung, ohne Respekt für die Lebewesen, zu drängen. Einfach mal Imker in der Umgebung suchen oder den lokalen Imkerverein fragen, es ist erstaunlich wo überall geimkert wird.

Milchprodukte sind auch so ein Thema bei dem viel disskutiert wird. Wer ganz darauf verzichten möchte, für den gibt es viele pflanzliche Alternativen die man oft auch selbst herstellen kann. Bei Sojamilch wäre ich der Herkunft wegen (Regenwaldabholzung…) vorsichtig, Mandelmilch unterstützt womöglich die 'Mandel-Wüsten' in Kalifornien und und und… Ihr seht, es ist manchmal gar nicht so einfach auf Anhieb die 'richtige' Lösung zu finden. Das muss man aber auch gar nicht, da das Wichtigste  ja ist, dass man sich auf den Weg gemacht hat, danach zu suchen!

Wer, wie ich nicht auf seinen Käse verzichten möchte und auf dem Land lebt findet vielleicht noch einen Bauern der Milch direkt ab Tank verkauft, eine 'Milchtankstelle', eine CSA oder einen Hofladen der regionale Milchprodukte aus artgerechter Tierhaltung führt. Sonst macht es wahrscheinlich auch Sinn sich mit den Biosiegeln auseinander zu setzten, um eines zu finden, dessen Ansprüche einem genügen. Demeter-Milch gibt es zum Beispiel in Mehrweg Glasflaschen, die Tiere müssen Ausgang haben und die Tierwohlkriterien sind relativ hoch.

Es sollte einem jedoch bewusst sein, dass man mit Milchkonsum auch für die Schlachtung der Kälbchen verantwortlich ist. Denn damit eine Kuh Milch gibt, muss sie in der letzten Zeit ein Kälbchen zur Welt gebracht haben. Natürlich gibt es auch hier wieder viele Abstufungen von billiger H-Milch aus dem Discounter zu einenn paar eigenen Kühen/Ziegen/Schafe die man Ko-Melkt (Also die Milch in einem bestimmten Rythmus mit dem Kälbchen teilt). Macht euch einfach Gedanken wo ihr stehen wollt auf dieser Skala des Milchkonsums und macht euch dann auf die Suche nach eurer Lösung.

Plastik- & Müllvermeidung

Unverpackt einkaufen...

Wenn man sich in Supermärkten umsieht ist man umgeben von Plastikverpackungen die fast alle überflüssig sind. Wer nach unverpackten Waren sucht wird oft auf Märkten, in Bio- oder Unverpackt-Läden fündig.

Inzwischen bieten auch einige Supermärkte an die Waren an der Wurst- und Käsetheke in mitgebrachte Behälter zu füllen. In manchen Filialen wird schon damit geworben, bei manchen ist es noch nicht angekommen. Aber nachfragen lohnt sich auf jeden Fall.

Plastiktüten...

Im Bezug auf Plastiktüten hat sich in letzter Zeit einiges getan. Viele Läden bieten sie nur noch gegen Bezahlung an und sind auf Papier oder Stofftaschen umgestiegen. Wer seine Stofftasche immer wieder mitbringt und wiederverwendet spart einen riesen Berg an Plastikmüll ein und muss sich keine Gedanken machen, dass die Tüten beim heimtragen reißen.

Am besten hat man immer ein paar Tüten im Auto oder sonstwie Griffbereit und wenn man doch mal mit einer Plastiktüte nach hause kommt, kann auch diese weiterverwendet werden. Entweder für den nächsten Einkauf, als Mülltüte oder was einem sonst noch einfällt.

Wer Obst und Gemüse im Supermarkt nicht lose aufs Band legen möchte, für den gibt es kleine Obstsäckchen, die statt der dünnen Plastiktüten verwendet werden können. Diese gibt es zu kaufen oder man näht sie sich selbst wie Stephanie vom kreativprojekte es in ihrem Blogpost zeigt.

Unterwegs...

Wer viel unterwegs ist und gerne Kaffee trinkt kennt bestimmt das Problem der vielen Einweg Coffee to go Becher. Viel schöner ist es doch einen eigenen Becher oder Thermoskanne zu verwenden, die immer wieder verwendet werden können.So spart man Papier, Plastik und wenn man sich den Kaffe von zuhause mitnimmt auch eine menge Geld!

Auch für Plastikstrohhalme gibt es Alternativen. Es gibt sie aus Glas, Metall, Papier und wie der Name schon sagt: Stroh. Wer auch unterwegs nicht darauf verzichten möchte kann seinen Strohhalm einfach mitnehmen und bei der Bestellung dem Servicepersonal Bescheid geben.

Müllvermeidung zuhause...

Nicht nur unterwegs, sondern auch zuhause fällt viel Müll an der sich vermeiden lässt. Im Bad zum Beispiel: All die Verpackungen für Zahnbürsten, Deos, Monatshygiene ud Wattestäbchen. Oder in der Küche: Frischhaltefolie, Plastikflaschen und Kontainer, Verpackungen von Aufschnitt, Käse und Gemüse…

Dabei gibt es auch hier viele Alternativen.

Müllvermeidung im Bad...

Zur Plastikzahnbürste gibt es erstaunlich viele Alternativen, die sich alle – bis auf die SWAK –  relativ ähnlich sind. Die meisten sind aus Bambus oder Biokunststoffen und haben entweder Nylon- oder Naturfaserborsten. In diesem Post gehe ich näher auf die verschiedenen Alternativen zur Plastikzahnbürste ein.

Wattestäbchen gibt es mit Stielen aus Pappe oder Holz statt Plastik und sind somit leicht ersetzt.

Deo kann man selbst machen oder einen der vielen im Handel erhältlichen Alternativen zu den Spraydosen kaufen.

Auch bei der 'Damenhygiene' gibt es Alternativen wie Stoffbinden, Mens Cups, Schwämmchen oder freie Menstruation.

Einigen ist vielleicht auch noch nicht bewusst, dass in vielen Kosmetik und Hygieneprodukten Mikroplastik enthalten ist, das bei jeder Anwendung in die Umwelt gelangt. Der BUND hat eine Liste zusammengestellt in der ihr überprüfen könnt, ob eure Produkte dabei sind. Inzwischen gibt es auch verschiedene Apps die einem beim Einkaufen dahingehend beraten können.

Smarticular hat eine hilfreiche Auflistungen von Abkürzungen und Bezeichnungen hinter denen sich Mikroplastik verstecken.

Hier ein paar meiner Anregungen zur Nachhaltigkeit im Badezimmer:

Müllvermeidung in der Küche...

Zur Ernährung und Einkauf habe ich weiter oben schon einiges geschrieben. Wer versucht verpackungsfrei einzukaufen wird schon deutlich weniger Müll mit nach hause nehmen. Wer dann noch selbst kocht und auf Fertigprodukte verzichtet wir es noch einfacher haben.
 
Wenn man nicht alles gegessen wird greift man oft ohne nachzudenken zur Frischhaltefolie. Wir haben inzwischen keine mehr zuhause, da es viele andere Möglichkeiten gibt. Ein Stück Käse kann zum Beispiel unter eine Käseglocke, in ein Käsepapier eingewickelt, in einer Dose aufbewahrt werden. Andere Alternativen sind ein kleiner Teller mit einer umgestülpten Schüssel oder eine Schüssel mit einem kleinen Teller abgedeckt.
 
Oder man ersetzt die Frischhaltefolie mit Bienenwachstüchern. Diese kann man selbst herstellen (wie die Zero Waste Familie in ihrem Post beschreibt) oder kaufen.
 
Küchenrolle kann oft durch Lappen und Handtücher ersetzt werden. Statt mit Plastikschwämmen abzuspühlen, können zum Beispiel Bürsten von Redecker, Kupfertücher oder Luffa Schwämme verwendet werden. Und sicher findet ihr noch viele kleine Dinge die man ganz einfach beim nächsten mal nachkaufen ersetzten kann. Geht aufmehrksahm durch euren Alltag!
 
Nicht nur beim Essen, auch bei den Getränken kann viel Verpackungsmüll anfallen. Zum Glück ist das Leitungswasser in unserer Region von hoher Qualität und erübricht es uns Wasser einkaufen zu müssen. Wer bedenken hat kann bei den regionalen Wasserwerken die letzten Testergebnisse des lokalen Leitungswassers anfordern oder auf der Webseite einsehen. Wenn das Leitungswasser trotz außreichend guter Qualität etwas seltsam schmeckt, kann das oft durch einen Kohlefilter behoben werden.
 
Auch Sprudel/Selter lässt sich mit einem Sodastream oder ähnlichem zuhause herstellen und wer wirklich nicht auf Wasser in Flaschen verzischten kann oder möchte kann Wasser in Mehrweg Glasflaschen kaufen.

Richtig recyceln...

Die richtige Mülltrennung ist natürlich unerlässlich um so viele Rohstoffe wie möglich wiederverwenden zu können. Da jede Gemeinde eigene Regeln zur Mülltrennung hat werde ich hier nicht näher darauf eingehen. Sicher hat eure Gemeinde einen Recycling-Leitfaden, entweder auf der Webseite oder als Broschüre.

Zusätzlich gibt es noch Recyclinghöfe und Abholtermine für Elektroschrott, Glas, Bauschutt, Gefahrengüter und dergleichen. Je mehr unseres Mülls richtig entsorgt bzw. wiederverwendet wird desto besser!

Konsum

Wir kaufen und kaufen und kaufen und kaufen… manchmal wie im Rausch ohne viel darüber nachzudenken. Vieles davon benötigen wir nicht wirklich, wir wollen es nur kaufen – besitzen. Gebraucht wird es dann oft nicht und irgendwann weggeschmissen. Ja, etwas zu kaufen kann ein schönes Gefühl sein, doch ist es nicht schöner etwas zu kaufen, von dem man noch lange etwas hat, als etwas was im Schrank bleibt und dann in den Müll wandert?

Needs vs. Wants...

Versucht einmal bevor ihr den 'kostenpflichtig bestellen' Button drückt noch einen Tag abzuwarten. Oft seht ihr schon am nächsten Tag, dass ihr das gar nicht wirklich braucht. Die meisten Dinge rennen nicht weg. Auch wenn die Werbung uns versucht weiß zu machen, dass wir genau diese Sache nur noch heute kaufen können, ist dem oft nicht so. Es schadet also nicht etwas abzuwarten und es nochmal zu überdenken. Oder den Einkaufswagen bevor man zur Kasse geht noch einmal durchzugehen und gegen den Einkaufszettel abzugleichen oder Needs vs Wants aufzureihen und zu sehen was man wirklich braucht.

Ich meine damit nicht, dass man sich nicht auch mal etwas gönnen kann, sondern nur, dass wir oft durch Werbung und Verheißungen verleitet werden Dinge zu kaufen die wir nie benötigt haben. Diese gilt es rauszufiltern.

Gute Qualität...

 Es lohnt sich auch Gegenstände zu kaufen von denen man lange etwas hat, die von hoher Qualität sind, nicht sofort kaputt gehen und entsorgt werden müssen. Ein bisschen mehr auszugeben um länger etwas davon zu haben. Vieles heute ist nicht mehr für den langjährigen Gebrauch hergestellt, ein bisschen Suchen zahlt sich also aus und spart langfristig gesehen sogar Geld.

Second Hand...

Da wir in einer Wegwerfgesellschaft leben, und viele Menschen Dinge kaufen die sie nicht brauchen, gibt es beinahe alles gebraucht zu kaufen. Oft in einwandfreiem Zustand und kaum oder gar nicht benutzt. Wer also nicht so viel Geld zur Verfügung hat kann zum Beispiel in Second Hand Läden Kleidung und andere Gegenstände finden die von hoher Qualität sind und ihm lange erhalten bleiben.

Fast unsere gesammte Einrichtung haben wir gebraucht über Kleinanzeigen, Ebay oder sonstige Kanäle gekauft. Alle zu einem Bruchteil des eigentlichen Werts.

 

Reparatur Cafés...

Und wenn doch mal etwas kautt geht und man selbst es nicht reparieren kann? Bei uns in der Gegend gibt es inzwischen einige Reparatur Cafés bei denen man sich anmelden kann um kaputte Gegenstände zu reparieren. Ich finde das ist eine wunderbare Gegenbewegung und auf jeden Fall einen Blick auf diese Karte wert um herauszufinden wo es eines in eurer Nähe gibt. Wenn es noch keines gibt: Wie wäre es wenn ihr selbst eines ins Leben ruft? Auch dazu findet ihr mehr Infos auf der Repair Café Webseite.

Nachhaltige Mode...

Wer großen Wert auf neue Kleidung legt, wird bestimmt unter all den nachhaltigen Modelabels fündig die es inzwischen auf dem Markt gibt. Ob Hess Natur, Zündstoff oder Armed Angels – hier eine Auflistung einiger Alternativen von Utopia.

Oft sind diese etwas teuer aber auch von besserer Qualität.

Haushaltsbuch führen...

Wir führen nun seit Jahren Listen mit unseren Einnahmen und Augaben. Es wird alles aufgeschrieben um einen Überblick zu bekommen und nicht über unsere Verhältnisse zu leben. Diese Liste ist auch sehr hilfreich um Bereiche und Gegenstände aufzuspüren, die man eigentlich nicht braucht oder reduzieren kann. Sie hintert einen auch daran einfach sinnlos Geld auszugeben und hat uns so schon einige Fehlkäufe und somit Müll erspart.

Produzieren statt Konsumieren...

Viele Dinge kann man ganz einfach selbst herstellen. Somit muss man sie nicht kaufen und weiß genau, welche Zutaten enthalten sind. Auch kann man sie ganz individuell den eigenen bedürfnissen anpassen.
Hier gibt es unendlich Möglichkeiten, aber als kleine Anregung hier einige Dinge die wir selber machen:
Mobilität

Benzin und Diesel Autos sind Dreckschleudern und auch im Unterhalt sehr teuer. Wer sich ein eigenes Auto also ersparen kann, schont nicht nur die Umwelt sondern auch den eigenen Geldbeutel. Hier haben es Großstadtbewohner wohl deutlich leichter, da vieles Fußläufig, mit dem Fahrrad oder mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Hier auf dem Land ist das jedoch oft etwas schwieriger und viele sehen Mobilität auf dem Land als ein echtes Problem. Sicher gibt es auch hier Lösungen, wir haben unsere aber leider noch nicht gefunden. Wir haben uns zwar einen Elektroroller zugelegt, der ersetzt das Auto aber nur Teilweise und wird im Winter wahrscheinlich unbrauchbar (den ersten Winter haben wir noch vor uns). Hier geht es zu einem Artikel über Mobilität auf dem Land in dem ich versuche verschiedene Möglichkeiten aufzuzeigen.

Flugzeuge...

In den Urlaub fliegen ist auch so eine Sache. Oft kann man Kurzstreckenflüge auch durch Bus oder Bahnreisen ersetzten oder man macht einfach in der Nähe Urlaub. Manchmal lässt es sich allerdings nicht vermeiden und wenn man wie wir Familie im Ausland hat, kann und möchte man auf einen Besuch nicht verzichten. 

Da Start und Landung am meisten Treibstoff verbrauchen macht es Sinn wenn möglich Direktflüge zu buchen. Mit diesem Rechner kann man sich die ungefähr verursachten Emissionen eines bestimmten Fluges ausrechnen.

Wohnen

Ökostrom...

Viele Anbieter haben inzwischen Ökostrom im Angebot und je mehr dieser nachgefragt wird, desto mehr wird er auch produziert werden. Ob es nun Sinn macht bei eon oder vattenfall ökostrom zu beziehen ist fraglich, es gibt aber genug alternative Anbieter die sich auf Ökostrom spezialisiert haben. Dazu gehören Lichtblick, Naturstrom*, Greenpeace Energy, EWS Schönau und viele mehr. Hier findet ihr mehr Informationen zu verschiedenen Ökostromanbietern. Wir beziehen unserem Strom von den Lokalen Stadtwerken die inzwischen nur noch Ökostrom anbieten. Es lohnt sich also auch regional mal nachzufragen. 
Und will dir jemand erzählen, dass Atomstrom doch sauber ist und zudem noch viel günstiger als die Ökostrom-Varianten, dann frag ihn mal ob er die Frage der Endlagerung des gefährlichen Atommülls schon geklärt hat. Bei uns in der Gegend wehrt sich die Bevölkerung seit Jahrzehnten gegen ein unsicheres Endlager in einem Salzbergwerk (Gorleben ist bestimmt den meisten ein Begriff). Niemand möchte diesem Müll in seiner Nähe haben, es wird ihn aber noch Jahrhunderte lang geben und es wäre doch schlauer die Berge an Atommüll die eh schon vorhanden sind wenigstens nicht noch weiter wachsen zu lassen.
Jetzt auf Ökostrom umsteigen!

Die richtige Raumtemperatur...

Durch gut isolierte Häuser und richtiges Heizverhalten können eine menge Heizkosten eingespart werden. Je nachdem womit ihr heizt, drückt sich das in Holz, Gas oder Strohm aus.

Oft wird auch zu viel geheizt. Die optimale Raumtemperatur für ein Schlafzimmer ist zum Beispiel 17/18°C. Auch durch das Senken der Temperatur um nur ein zwei Grad, kann aufs Jahr gesehen einiges eingespart werden. Wer mehr wissen will kann sich beim Umwelt Bundesamt informieren.

wasserverbrauch
 
wäschetrockner
 
 
 
 
Sonstiges

Banken...

Auch Banken können zu Umweltzerstörung und Leid beitragen. Warum also nicht eine Bank suchen die nur Erneuerbare Energienen und Sozialverträgliche Projekte unterstützt? Ob GLS, Triodos, oder Umweltbank – es ist bestimmt auch für euch etwas dabei. Utopia hat auch hier eine Zusammenfassung erstellt.

Wer seine Bank nicht wechseln möchte und mit dem Gedanken spielt Geld anzulegen kann auch bei einer 'normalen' Bank nach Nachhaltigen und Sozialen Anlagen und Investitionen fragen. Hier tut sich im Moment einiges und je größer die sichtbare Nachfrage ist, desto schneller wird sich etwas ändern.

Server, Email und Suchmaschienen...

Auch bei der Technik lohnt es sich hinter die Kulissen zu schauen. Jeder der eine Emailadresse oder eine Webseite hat, belegt irgendwo Platz auf einem Server. Server verbrauchen eine nicht unerhebliche mänge Strom und inzwischen gibt es einige Anbieter die ihre Server mit Ökostrom betreiben. Diese Webseite liegt zum Beispiel auf einem Server von manitu die mit reiner Wasserkraft in einem eigenen Rechenzentrum hier in Deutschland betrieben werden.

Fast jeder hat inzwischen eine oder mehrere Email Adressen bei denen man oft nicht weiß, wo die Server stehen oder mit welchem Strom sie betrieben werden. Doch es geht auch anders: Posteo, mailbox.org oder biomail.de machen es vor. Utopia hat einige der Anbieter in diesem Artikel zusammengefasst.

Bei den Suchmaschienen gibt es auch Alternativen wie zum Beispiel Ecosia. Die Einnahmen aus Suchanfragen werden vewendet um Bäume zu pflanzen und Projekte zu unterstützen.

Ihr seht was für ein weites Thema Nachhaltigkeit ist und wie eben jeder seinen eigenen Weg finden und gehen muss um nachhaltiger zu leben. Nun habe ich schon einige Bereiche abgedeckt und habe bestimmt trotzdem die Hälfte vergessen! Wenn euch also noch etwas einfällt, lasst mir gerne einen Kommentar da.