Lehmfarbe oder Streichputz auf Gipskarton

Was kann man mit Gipskartonwänden schönes machen?

Das Obergeschoss war, als wir unser Haus gekauft haben, bereits mit Gipskartonwänden in Räume aufgeteilt. Da wir nicht unbedingt all diese bereits geleistete Arbeit rückgängig machen wollten, haben wir uns umgeschaut und tatsächlich eine schöne, natürliche Lösung für unsere Wände gefunden: Eine Art dünnen Putz, den man mit einem Pinsel streichen kann. Ob das nun ein Streichputz, eine Lehmfarbe oder einfach ein Lehmputz ist kann ich nicht sagen.
 
Die Idee und das Rezept haben wir auf dem Blog 'The Year of Mud' gefunden und minimal abgeändert (unser Lehm war trockenes Pulver, nicht vom eigenen Grundstück und nicht gewaschen bzw nass, der Sand ist Feinsand – beides beim Fachhandel in der Region gekauft.)

Das Rezept ist einfach

  • 1 Teil Sand
  • 1 Teil Lehmpulver (in der gewünschten Farbe)
  • 1 Teil Weizenpaste

Die Weizenpaste wird wie folgt hergestellt:

4 Tassen Wasser zum kochen bringen und währenddessen 1 Tassen weißes Mehl (wir haben Typ 1050 verwendet) in zwei Tassen kaltes Wasser einrühren bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Wenn das Wasser kocht, die Weizen-Wassermischung langsam einrühren und auf kleiner/mittlerer Hitze köcheln lassen bis die Paste ein wenig eingedickt ist. Das dauert nicht lange aber es muss konstant gerührt werden, damit das Ganze nicht anbrennt.

Vorbereitung

Bevor wir den Streichputz aufgetragen haben, mussten wir allerdings einiges vorbereiten. Wir haben alle Gipskartons mit Tape und Gips verbunden und diese Verbindungen glatt geschliffen um eine einigermaßen glatte Oberfläche zu erhalten. Auch alle Schrauben haben wir mit Gips überdeckt.
 
Dann haben wir den ganzen Raum mit einer Kasein-Grundierung gestrichen und diese ca. 12 Stunden trocknen lassen. Die Grundierung soll bewirken, dass die verschiedenen Untergründe (Gipskarton und Gips) eine gleichmäßig saugfähige Oberfläche ergeben. Somit soll ein schöneres Endergebnis erzielt werden.

Streichen

Um den Streichputz herzustellen, werden die drei gleichen Teile (nach Volumen) mit einem Quirl auf einer Bohrmaschine einige Minuten zusammengemischt. Die Konsistenz sollte cremiger Erdnussbutter gleichen.
 
Wir haben immer kleinere Mengen des Streichputzes angesetzt. Also immer in ein-bis vierer Portionen.
Es empfiehlt sich immer ganze Wände zu streichen (da man sonst die Verbindungsstellen sehen kann) und allen angesetzten Putz aufzubrauchen.
Wenn ich eine Wand alleine gestrichen habe, habe ich den Putz einfach mit einer Deckenbürste aufgetragen. Nachdem der Streichputz aufgetragen war, habe ich ihn mit kreuz-und querstreichen der Bürste auf eine gleichmäßige Dicke gebracht. Hier zeigt sich, dass es sich eher um einen sehr dünnen Putz handelt als um eine reine Farbe. Ist der Putz gleichmäßig verteilt, kann man ihm das endgültige Muster verpassen. Ich habe einfach durch eine Auf-und Abwärtsbewegung eine leicht streifige Optik geschaffen. Man könnt auch mit einem Schwamm oder einem glatten Gegenstand andere Oberflächen gestalten.
 
Wenn man zu zweit ist, kann der eine den Putz mit Spachtel auftragen und der andere kümmert sich um die endgültige Dicke und die Oberfläche.
 
Je nachdem wie dünn oder dick der Putz ist bzw. aufgetragen wird, ist eine zweite Schicht notwendig.
 
Der getrocknete Putz sandet nicht wenn man mit der Hand darüber fährt und die Textur gefällt uns sehr gut. Es gibt bestimmt professionellere bzw. schnellere Methoden aber für uns war diese genau richtig und wir freuen uns schon darauf, endlich ins obere Stockwerk ziehen zu können!

3 Kommentare zu “Lehmfarbe oder Streichputz auf Gipskarton

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