Nachhaltig Wohnen, Bauen und Renovieren

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Nachhaltiger leben

Nachhaltigkeit – was ist das eigentlich? Und wie kann man sein Leben nachhaltiger gestalten? Was bedeutet Nachhaltiger leben? Wie kann ich zum Beispiel mein Haus nachhaltig Renovieren oder Bauen? Wie kann ich generell nachhaltig Wohnen? Und wo fange ich an?

Darauf wird jeder wahrscheinlich eine ganz individuelle Antworten finden die zur eigenen Situation und Weltanschauung passen. Wir sind eben alle verschieden und jeder hat andere Schwerpunkte. Für den einen ist es die Ernährung, für den anderen Mobilität, Konsum, fairer Handel, Plastikvermeidung oder der eigene Ökologische Fußabdruck.

Auf Grund der Weite dieses Themas habe ich einige Bereiche zusammengetragen bei denen man ansetzten kann. Denn oft scheint das Ziel nachhaltiger leben zu wollen ein unerreichbares und es hilft ungemein, sich kleinere erreichbare Wegpunkte zu setzten. Hoffentlich findet ihr in den folgenden Posts ein paar Ansätze, die euch auf eurem Weg weiterhelfen.

 

Ein Überblick über die folgenden Posts:
Wohnen, Bauen &Renovieren

Hausbau und Renovierung...

Viel zu schnell greift man beim Hausbau oder Renovierung zum Üblichen, dabei lohnt es sich wirklich genauer hinzusehen.  Für vieles gibt es nachhaltigere und auch günstigere Alternativen. Wer ein Haus bauen möchte steht vor einer langen Liste an Materialien und Aufgaben die erstmal schwer zu überblicken sind. Aber mit ein bisschen Geduld und Recherche könnt ihr eine menge Müll und Geld ersparen. Auf dem Blog von Baumin zum Beispiel findet ihr einige gute Tipps zum kostengünstigen, selbstbestimmten Bau eines Hauses.

Natürliche Materialien...

Ob ihr neu baut oder renoviert, die Dämmung des Hauses ist wahrscheinlich eines der größeren Themen die euch über den Weg laufen werden. Wer, wie wir, keine Mineralwolle verwenden möchte hat die Qual der Wahl: Seegras, Hanf, Jute, Papier, Holzfaser, Blähton… für eine Übersicht schaut mal bei ökologisch bauen vorbei. Unser Häuschen ist im Moment von Innen mit Styropor gedämmt, das wir entfernen wollen. Gerne würden wir das ganze Haus mit einer Außendämmung versehen, haben aber so viele andere Projekte die noch vorher passieren müssen. 

Im Haus selbst haben wir schon mit der Renovierung angefangen. So haben wir zum Beispiel das Obergeschoss fertig ausgebaut und die vorhandenen Gipskartonwände mit einem Streichputz aus Lehm gestrichen. Der Putz ist komplett abriebfest und kann durch verschiedenfarbigen Lehm und Sand in allen möglichen Farben selbst angerührt werden. Unsere Materialien beziehen wir vom Lehmladen hier um die Ecke.

Selbst gemacht...

Man kann so vieles selbst machen wenn man bereit ist etwas Zeit zu investieren. So sind wir im Moment dabei die Treppe aus OSB-Platten zu bauen, haben unseren Schornstein selbst saniert und unsere Holzöfen selbst angeschlossen.

Mit etwas Geduld findet man für viele Bereiche Anleitungen und Erfahrungsberichte zu DIY Renovierungs-Projekten. Ob Kalkputz, Holzlasuren, Lehm- oder Kaseinfarben – ein bisschen stöbern lohnt sich oft!

Energie...

Heizen...

…kann man inzwischen mit so vielen verschiedenen Systemen, dass bestimmt für jeden etwas dabei ist. Ob Pellets, Kaminofen, Rocket Mass Heater, Grundofen, Kachelofen, 

Bei uns in der Gegend gibt es auch einige Wärmenetze. Dort wird die Abwärme der Biogasanlagen an die umliegenden Häuser verteilt um diese zu heizen. Ein sehr schönes Beispiel, wie man 'Nebenprodukte' sinnvoll nutzen kann. Gibt es bei euch auch eine Biogasanlage in der Nähe? Vielleicht gibt es dort ein Wärmenetz?

Gerne würden wir bei uns einen Rocket Mass Heater einbauen, sind uns aber noch nicht sicher, ob der Schornsteinfeger das mitmachen würde. Man kann sie wohl inzwischen als Grundöfen zulassen aber bevor wir das in Angriff nehmen, Müssten wir abklären ob wir solch einen selbstgebauten Ofen genehmigt bekommen würden. Und der zweite Schornstein müsste wieder geöffnet und saniert werden. Rocket Mass Heater sind klasse, da sie – ähnlich wie Kachelöfen – eine Masse erwärmen die ihre Hitze über einen langen Zeitraum an die Umgebung abgibt. Die besonderheit eines Rocket Stoves ist, dass er mit relativ wenig Holz heizt und die Abgase wesentlich sauberer sind als die eines 'normalen' Holzofens. Wer sich dafür interessiert kann sich gerne das Video von Fouch Family Off Grid ansehen oder sich bei Ernie und Erika Wisner umsehen.

Eine andere Möglichkeit die wir in Betracht ziehen, ist die vorhandenen Heizkörper zu nutzen. Im Moment sind sie an die Gasheizung angeschlossen, die aber schon etwas in die Jahre gekommen ist und wohl irgendwann ersetzt werden muss. Eine Möglichkeit wäre Wasser im Sommer mit Solarkollektoren und im Winter mit einer Wasserführenden Küchenhexe zu erhitzen und dieses dann durch die Heizkörper zu schicken. So könnte man auch heißes Brauchwasser produzieren, und wir könnten endlich unseren Durchlauferhitzer loswerden.

Im Moment heizen wir mit Holzöfen und bei sehr frostigen Temperaturen, wenn wir nicht da sind oder keine Zeit haben mit der Gasheizung.

Ob mit Holz heizen Nachhaltig ist, kommt meiner Meinung nach sehr darauf an wo es her kommt. Kommt es aus Kahlschlag-Gebieten in denen nicht aufgeforstet wird oder vom eigenen Stückchen Wald. Oft kann man auch ganze geschlagene Stämme kaufen die dann am Waldweg aufgestapelt darauf warten, zerkleinert und abtransportiert zu werden.

Die richtige Raumtemperatur...

Durch gut isolierte Häuser und richtiges Heizverhalten können eine menge Heizkosten eingespart werden. Je nachdem womit ihr heizt, drückt sich das in Holz, Gas, Öl oder Strom etc. aus.

Oft wird auch zu viel geheizt. Die optimale Raumtemperatur für ein Schlafzimmer ist zum Beispiel 17/18°C. Durch das Senken der Temperatur um nur ein zwei Grad, kann aufs Jahr gesehen einiges eingespart werden. Wer mehr wissen will kann sich beim Umwelt Bundesamt informieren.

Wasser...

Meine Ideale Lösung wäre der eigene Brunnen, da unser Grundstück aber im Moment keinen besitzt beschäftigen wir uns hauptsächlich mit Regenwassernutzung. Es gibt viele Anbieter die ganze Systeme anbieten – von Gartenbewässerung bis Trinkwasseraufbereitung.

Leider ist unser Dach aus Welleternit und es ist nicht klar, ob es Asbesthaltig ist. Deswegen habe ich das Thema Regenwassernutzung erstmal hinter den Punkt 'Dachrenovierung' geschoben.

Auch die Solarkollektoren müssen wohl warten bis zumindest eines unserer Dächer erneuter ist (evtl. wären diese auf dem Dach des Nebengebäudes möglich).

Wenn wir schon beim Thema Wasser sind, möchte ich auch noch auf das Abwasser hinweisen. Von Schilfklärbecken bis hin zur Kompost Toilette gibt es da viele gute Ansätze. Wenn man ein Haus baut oder Renoviert macht es durchaus Sinn sich frühzeitig mit dem Thema zu befassen.

Wasservebrauch...

Wie viel Wasser verbraucht ihr im Jahr? Und wusstet ihr, dass die Toilettenspülung einen riesen Posten ausmacht? Ist es nicht ein unglaublicher Gedanke, dass wir unsere Hinterlassenschaften mit Trinkwasser wegspülen?

Nachdem wir in Israel für mehrere Monate auf einem Hof mit Komposttoilette gelebt hatten, fühlte es sich sehr verschwenderisch an wieder zu normalen WCs zurückzukehren. Wenn wir das Badezimmer im OG in Angriff nehmen werden wir uns auf jeden Fall eine Trockentoilette bauen. Denn mit dem richtigen Setup stinken sie nicht, sondern sind sogar angenehmer als WCs.

Eine Komposttoilette oder eine Sparspülung können große Mengen Wasser einsparen und vor kurzem habe ich auch eine tolle Idee gesehen: Ein Spülkasten mit integriertem Waschbecken! Das Wasser vom Waschbecken läuft in den Kasten und wird dann zur Toilettenspülung wiederverwendet. 
Bei Wasserhähnen und Duschköpfen lassen sich Perlatoren einbauen die weniger Wasser durchlassen und so Wasser sparen.
Auch mit kleinen Änderungen im eigenen Verhalten kann einiges gespart werden. Während dem Zähneputzen oder dem einseifen der Hände muss das Wasser zum Beispiel nicht laufen.

Strom...

Ob Photovoltaik, Wasserkraft, eine kleine Windanlage oder eine Kombination – es viele Möglichkeiten Strom selbst zu erzeugen.

Es geht aber auch im kleinen. So kann man beim Wandern zum Beispiel ein kleines flexibles Solarmodul auf dem Rucksack tragen und so einen Akku für Handys und dergleichen aufladen oder die abendliche Beleuchtung im Garten lädt sich tagsüber durch die Sonne auf.

Mit kleinen Veränderungen im eigenen Verhalten kann man auch beim Stromverbrauch einiges einsparen. Müssen zum Beispiel alle Lampen im Haus brennen? Und habt ihr eure Glühbirnen gegen LEDs ausgetauscht? Braucht ihr wirklich einen Wäschetrockner oder tut es auch ein Wäscheständer?

Ökostrom...

Ihr habt keine einen Solarpanele auf den Dach? Kein Problem – Viele Anbieter haben inzwischen Ökostrom im Angebot und je mehr dieser nachgefragt wird, desto mehr wird er auch produziert werden. Ob es nun Sinn macht bei Eon oder Vattenfall Ökostrom zu beziehen ist fraglich, es gibt aber genug alternative Anbieter die sich auf Ökostrom spezialisiert haben. Dazu gehören Lichtblick, Naturstrom*, Greenpeace Energy, EWS Schönau und viele mehr. Hier findet ihr mehr Informationen zu verschiedenen Ökostromanbietern. Wir beziehen unserem Strom von den Lokalen Stadtwerken die inzwischen nur noch Ökostrom anbieten. Es lohnt sich also auch regional mal nachzufragen.

Und will euch jemand erzählen, dass Atomstrom doch sauber ist und zudem noch viel günstiger als die Ökostrom-Varianten, dann fragt ihn mal ob er die Problematik der Endlagerung des gefährlichen Atommülls schon geklärt hat. Bei uns in der Gegend wehrt sich die Bevölkerung seit Jahrzehnten gegen ein unsicheres Endlager in einem Salzbergwerk (Gorleben ist bestimmt den meisten ein Begriff). Niemand möchte diesem Müll in seiner Nähe haben, es wird ihn aber noch Jahrhunderte lang geben und es wäre doch schlauer die Berge an Atommüll die eh schon vorhanden sind, wenigstens nicht noch weiter wachsen zu lassen.

Jetzt auf Ökostrom umsteigen!

Ihr seht wie vielfältig nachhaltig Wohnen, Renovieren und Bauen angegangen werden kann. Es muss eben jeder seinen eigenen Weg finden und gehen um nachhaltiger zu leben. Nun habe ich schon einige Bereiche abgedeckt und habe bestimmt trotzdem die Hälfte vergessen! Wenn euch also noch etwas zu nachhaltigem Wohnen, Bauen und Renovieren einfällt, lasst mir gerne einen Kommentar da.

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11 Kommentare zu “Nachhaltig Wohnen, Bauen und Renovieren

  1. Herzlichen Dank für diesen super ausführlichen Beitrag. Wir haben uns nun auch etwas eigenes zugelegt und es muss auch noch etliches daran gemacht werden. Nachhaltigkeit finde ich super wichtig, daher ist der Beitrag auch gerade genau das Richtige für mich.

    Liebe Grüße,
    Mo

  2. Auch wenn es mir nicht konsequent und durchgehend gelingt, so versuche ich doch, so nachhaltig wie möglich zu leben und wirtschaften. Dazu gehört für mich zum Beispiel auch, nicht alles sofort wegzuwerfen oder gegen Neues zu ersetzen, wenn es schon etwas abgewohnt, aber durchaus noch funktionstüchtig ist. Man ist damit vielleicht nicht stets auf dem neuesten Stand, aber was soll’s! Wenn’s nach der Industrie ginge, müssten wir uns halbjährlich mit immer noch besseren und vermeintlich nachhaltigeren Dingen ausstatten…
    Viele Grüße
    Salvia von Liebstöckelschuh

  3. Ich bin total begeistert! Ich habe noch kein Haus gebaut, aber wenn, ich würde es genauso machen. Du bist gerade zu meinem Vorbild geworden! Ganz ganz prima!

    Lieben Gruß, Bea

  4. Hey, das ist ja mal ein wirklich ausführlicher Artikel zum Thema Nachhaltigkeit! Nachhaltig wohnen wird einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Dabei muss man ja gar nicht all die genannten Punkte auf einmal umsetzen. Ich bin immer der Meinung, es ist schonmal ein wichtiger Schritt, überhaupt zu beginnen und etwas zu ändern – und wenn es nur ein Punkt deiner Liste ist!
    Viele Grüße,
    Marie

    1. Hallo Marie, da hast du natürlich vollkommen recht. Der aller wichtigste Schritt ist, sich Gedanken zu machen und man wird wahrscheinlich nicht alles umsetzten können. Vor allem nicht auf einmal. Liebe Grüße

  5. Wir haben auch vor 19 Jahren ein Ökohaus gebaut. Klar wurden wir belächelt. Geothermie, na wenn das mal warm wird. Eigener Solarstrom, damit kann man aber kein Geld verdienen. Und, und… Cooles Projekt das ihr da habt.
    Alles Liebe
    Annette

  6. Hallo Katharina,
    ich will keinen Kompost.
    Das hat letztens eine heftige Diskussion mit Freunden ausgelöst. Dabei kam auch das Argument: Erst baust Du ein Ökohaus und dann nicht mal nen Kompost? Das hat mich nachdenklich gemacht.

    Weil es nie mein Ziel war, ein Ökohaus zu bauen. Jetzt haben wir trotzdem ein Halbes. Einfach weil ich gesund wohnen will. Und kostengünstig sollte es auch sein. Das Schöne ist, dass die Beschäftigung mit dem Thema Nachhaktigkeit den Blick weitet und Konsum neu definieren kann.

    Das Tückische ist, dass große Konzerne oft mit Vereinen und Interessenverbänden die Deutungshoheit beanspruchen. Damit kann es ziemlich aufwändig werden, die richtigen Informationen zu finden. Beispiel Fassadenfarbe: Heute oft mit Fungiziden und trotzdem mit “umweltfreundlichen” Label von gecoachten Insteressenverband. Das ist wirklich ein Problem, weil ich als Konsument ja eigentlich nicht tagelang recherchieren will. Mein Fazit vom gerade (fast) abgeschlossenen Hausbau: Bei Dämmung, Fassade und Farben sollte man in jedem Fall genau überlegen, was man will.

    Weil dort Nachhaltigkeit langfristig kostengünstig + gesund bedeudet. Warum macht das dann nicht Jeder? Weil man meist etwas mehr Arbeit reinstecken muß.

    Also Danke für Deinen Beitrag, der einen ersten Einlick bietet! Die Waschbecken-Spülkasten-Kombination finde ich eine klasse Idee!
    Und Danke, dass Du meinen Blog erwähnt hast.

    Viele Grüße aus Leipzig!
    Mario von Baumin.de

  7. Ich möchte dir auf diesem Weg gratulieren, dass ihr euch so viele Gedanken zum nachhaltigen sanieren macht. Ist ja schon die Sanierung allein schon nachhalitger als jeder Neubau. Und ich kann es gut nachvollziehen, wie schwierig es ist, die Materialien bewusst auszuwählen ohne da und dort wieder in eine “Konsumfalle” zu treten. Alles Gute für euer Projekt. lg angelique von http://www.angeliquelivingantik.com/

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