Unser kleines Haus am Wendlandrand

Die Suche nach unserem Häuschen

Nachdem für uns klar war, dass wir in dieser schönen Gegend bleiben wollten, fingen wir an uns nach einem Häuschen umzusehen. Unsere Vorstellung war wie folgt: ca 100 m² Wohnfläche, am liebsten ein Fachwerkhaus, mit mindestens 4000 m² Land und gerne auch ein paar Nebengebäude. Und das Grundstück sollte auf keinen Fall an einer Bundesstraße, Bahnschienen oder im Überschwemmungsgebiet liegen.
 
Wir suchten im Internet, in den Kleinanzeigen der lokalen Zeitung und haben uns auch von einem Makler einige Häuser zeigen lassen. Aber in unserer Preisklasse hatte jedes so seine Probleme. Bei einem Haus war das halbe Dach abgebrannt (Brandstiftung), ein anderes hatte nur 1000 m² Garten und die meisten waren einfach viel zu groß! Nie im Leben werden wir ein Haus mit 400 oder gar 700 m² Wohnfläche brauchen!
 
Viele der alten Bauernhäuser im Wendland wurden an sich schon relativ groß gebaut, da mehrere Generationen unter einem Dach lebten. In den letzten Jahrzehnten haben eifrige Besitzer dann häufig auch noch die Ställe bzw die Tenne des Hauses zu Wohnfläche umfunktioniert… und so entstanden riesige Häuser die man alleine schlichtweg nicht bewohnen kann. Wir konnten einfach nichts Passendes finden.

Am Wendlandrand

Im Herbst 2015 fand Mr. R eine Anzeige in der Zeitung: Haus zu verkaufen, 80 m² Wohnfläche,  ca. 5000 m² Land…
Eigentlich waren die 80 m² deutlich unter unserer Wunschgröße und das Haus lag in einem Ort von dem wir noch nie gehört hatten. Noch dazu am anderen Ende des Landkreises.
 
Aber da er hatte ein gutes Gefühl hatte, haben wir es uns das kleine Haus am Wendlandrand angesehen. Erst auf Google maps und dann auch in der Realität.
 
Es handelte sich um ein Backsteinhäuschen mit einem hässlichen Welleternit-Dach, das neben dem enormen Fachwerkaus daneben viel zu klein aussah. Als wir es jedoch betraten, fühlte es sich wunderbar an. Das Häuschen besaß Schornsteine, hatte Holzdielenböden und sogar einen Keller (wegen des hohen Grundwasserspiegels in der Gegend nicht selbstverständlich). Hierzu kam, dass die Vorbesitzer den Dachboden beinahe ausgebaut hatten, es fehlte nur noch die Treppe, ein Bodenbelag und Putz an den Wänden. Die gesamte mögliche Wohnfläche betrug also eher 130 m² als 80 m². Es gefiel uns mehr und mehr…

Später wanderten wir dann alleine über das Grundstück, das vom Haus bis an einen kleinen Bach reicht. Es war kalt, winterlich und trotzdem war dieses Grundstück wie ein magischer Ort – total verwildert, geborgen und verträumt. Ich glaube für uns beide war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass dies unser Haus sein wird.

Die Vorbesitzerin war von uns angetan und wollte das Häuschen gleich für uns reservieren (wir waren die ersten die sich gemeldet hatten). Wir ließen uns aber noch ein wenig Zeit und sagten dann an Weihnachten 2015 nach einer Besichtigung mit meiner Familie zu.
 
Bis das Haus tatsächlich auf unseren Namen umgeschrieben wurde hat es dann noch einige Monate gedauert und im März 2016 sind wir dann endlich in unser kleines Haus am Wendlandrand eingezogen.

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